RHEINPFALZ-Interview mit Florian Simon

13. August 2016

florian-simonUnser Spieler Florian Simon führte mit dem RHEINPFALZ-Mitarbeiter Uwe Eid ein Interview.

„Mit meinem TuS Mechtersheim alles schaffen“

Fragen am Freitag: Sechser Florian Simon (23) vom Fußball-Oberligisten laut Trainer Schmitt in Form seines Lebens

Endlich ist er, zumindest vorläufig, am Ziel angekommen, der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar. Als sich Florian Simon im Frühjahr 2015 für den TuS Mechtersheim entschied, war genau das sein Plan. Nach dem zunächst nicht einkalkulierten und erst am abschließenden Spieltag feststehenden Abstieg war es daher umso schöner, als gesetzter Leistungsträger entscheidenden Anteil an dem direkten Wiederaufstieg zu haben. Auf die Oberliga freut sich der klassische Sechser ganz besonders. Beginn 2017 steht mit seinem Fußballengagement in den USA jedoch ein noch größeres Abenteuer bevor. RHEINPFALZ-Mitarbeiter Uwe Eid sprach mit dem ehrgeizigen Sportmanagement-Studenten.

RHEINPFALZ: Auf hohem Niveau in der Verbandsliga zu spielen und jetzt in der Oberliga aufzulaufen – was waren die entscheidenden Stationen Ihrer Kariere?

Florian Simon: Natürlich habe ich schon in den Jugendzeiten bei meinem Heimatverein SV Oberotterbach oder auch beim einjährigen Gastspiel in Karlsruhe viel gelernt. Entscheidend war die Zeit in der A-Junioren-Regionalliga beim FSV Offenbach. Diese drei Jahre gaben einen großen Schub. Auch die dann folgende Station in der Verbandsliga beim TB Jahn Zeiskam war wichtig für meine weitere Entwicklung beim TuS Mechtersheim.

RHEINPFALZ: Wie schafften Sie es, gleich auf Anhieb eine zentrale Rolle im Aufstiegsjahr einzunehmen?

florian-simon2Florian Simon: Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl. Bereits die Gespräche, die ich mit Trainer Manfred Schmitt und Spielleiter Timo Hammer führte, begeisterten mich. Und so war es dann auch im Training und den Spielen. Sicherlich gab es einen sehr großen Umbruch letzten Sommer. Doch ich erhielt von Beginn an als Neuzugang großes Vertrauen, was mir Sicherheit gab. Hinzu kam die perfekte Mischung im Team von jungen und erfahrenen Kräften. Wir besaßen in allen Mannschaftsteilen hohe Qualität. Darüber hinaus herrschte ein Topklima im Team und gesamten, angenehm familiären Umfeld. Das machte es allen Akteuren leicht, auch mir.

RHEINPFALZ: Was waren die Hauptkriterien vergangene Runde, dass Mechtersheim Meisterschaft und Aufstieg feierte?

Florian Simon: Als Absteiger gibt es nur das Ziel, direkt wieder aufzusteigen. Wir traten vom ersten Spieltag an sehr dominant auf, pressten früh, gaben 90 Minuten Vollgas. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Diese Taktik hielten wir permanent aufrecht, egal, ob wir gegen ein Topteam oder gegen den Zweitletzten der Liga spielten. Getragen wurden wir von der guten Atmosphäre, die stets bei unseren Heimspielen in Mechtersheim herrschte. Unvergessen ist das Derby gegen Dudenhofen vor über 1000 Zuschauern.

RHEINPFALZ: Gibt es einen Lieblingsklub und ein Vorbild?

Florian Simon: Ganz klar der FC Liverpool, seit dem Champions-League-Finale 2005 mit dem verrückten Sieg nach 0:3-Rückstand gegen den AC Mailand bin ich ein großer Fan dieses Vereins. Als deutscher Klub interessiert mich am meisten Borussia Mönchengladbach. Mein Vorbild war und ist Steven Ger-rard, lange der Leader beim FC Liverpool.

RHEINPFALZ: Sie absolvieren beim Südwestdeutschen Fußballverband ein duales Studium im Bereich Sportmanagement, kurz vor der Abschlussprüfung?

Florian Simon: Eigentlich mitten drin, die drei Jahre werden im September zu Ende sein, eine schöne Zeit. Über ein freiwilliges soziales Jahr beim Fußballverband kam ich zur Möglichkeit, parallel zu arbeiten und zu studieren. Die Arbeit war vielfältig. Ich war großteils im Spielbetrieb, Passwesen, der Hotline sowie Koordination zwischen Schule und Verein tätig, aber auch für das DFB-Mobil zuständig. Das duale Studium war interessant und intensiv.

RHEINPFALZ: Sie bleiben nicht beim Verband, sondern suchen eine neue Herausforderung.

florian-simon3Florian Simon: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten lockt.Ich freue mich auf die USA. Bereits 2013 vor Beginn meines Bachelorstudiums habe ich von der Möglichkeit gelesen, in den USA zu studieren. Ich bewarb mich schließlich bei einer Agentur, hatte 2014 die ersten Kontakte. Anfang 2016 nahm ich dann an einem deutschlandweiten Fußball-Talente-Camp in Gelsenkirchen teil, über das ich mich für amerikanische Trainer empfahl. Dass ich nun bald im Fußball-Team der Drake University in Des Moines, der Hauptstadt von Iowa, spielen kann und dafür ein Master-Vollstipendium im Bereich Public Administration erhalte, ist ein Traum. Gerade das Umfeld der mit 5000 Studenten recht kleinen Uni kommt mir, einem, der sich in unserer ländlichen Gegend hier in der Pfalz besonders wohlfühlt, entgegen.

RHEINPFALZ: Wann geht der Flieger?

Florian Simon: Eigentlich hätte ich im September bereits in den USA sein sollen. Da in diesem Monat aber erst mein Bachelor-Studium in Deutschland endet, muss ich noch etwas warten. Jetzt starte ich nach Absprache mit der Universität im Januar in Iowa. Natürlich ist Fußball ein großer Teil meines Lebens, und ich freue mich enorm auf die neue Erfahrung in den USA. Doch genau so wichtig ist auch die Ausbildung neben dem Sport. Diese bildet die Basis für später. Neben dem Studium will ich stets das Optimale im Sport erreichen. Ich habe immer den Ehrgeiz und Anspruch an mich selbst, das Höchstmögliche zu schaffen, jetzt in der Oberliga mit meinem TuS Mechtersheim, dann im amerikanischen Fußballteam und später vielleicht ab 2018 in Deutschland auch gerne höherklassig. Die Regionalliga oder Zweite Liga ist schon mein Traum.

RHEINPFALZ: Eine intensive und durchaus erfolgreiche Vorbereitungszeit liegt hinter Ihnen und dem TuS-Team. Fit für die Oberliga?

Florian Simon: Wir trainieren fünfmal die Woche auf dem Platz und im Fitnessstudio, spielen einmal und haben nur vor dem Match einen Tag Trainingspause. Ich freue mich wahnsinnig auf die Oberliga mit dem TuS Mechtersheim. uwe

Rheinpfalz-Artikel, Uwe Eid
Rheinpfalz Speyerer Rundschau, 12.08.2016
Rheinpfalz Pfälzer Tageblatt, 09.08.2016
www.rheinpfalz.de – Die RHEINPFALZ

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Rheinpfalz Speyerer Rundschau, 12.08.2016


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„Hey TuS! Du bist das Gefühl!“

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